Lust auf Pasta? Ich meine nicht die schnelle Nudel, sondern richtig GUTE Pasta – dann auf nach Schleußig zu den Gebrüdern Höpfel! In ihrer Pastabar, die sie schlicht und treffend Fratelli (italienisch für Brüder) getauft haben, wartet die perfekte Nudel …

Das hat sich in Leipzig natürlich schon rumgesprochen. Bereits seit 2009 bereichert das Eckrestaurant an der „Kö“ die Leipziger Gastro-Szene. Auch unter der Woche kann es hier also richtig voll werden. Obwohl vor allem absolute Klassiker der italienischen Küche aufgetischt werden, versprüht das Lokal aber nicht den Pseudo-Italo-Charme manch anderer Speisewirtschaften, die Italien und „La Dolce Vita“ lediglich im Namen, aber nicht auf den Tellern tragen …

 

Die Küche   

Die Karte ist erfreulich überschaubar und startet – logisch – mit Antipasti (3,50 bis 8,50 Euro). Vor allem eingelegtes Gemüse und luftgetrocknete Brotzeitbegleiter bestimmen das Angebot. Alles hat eher Snack-Charakter und lässt somit genügend Raum für den Star der Bar: Pasta! Hauptdarsteller aller Hauptgerichte ist sekundengenau auf den Punkt gegarte Teigware – für 2 Euro extra auch handgefertigt aus Italien. Ein lohnendes Upgrade! Von der klassischen Pomodoro (6,50 Euro) über waschechte Carbonara (7,50 Euro) bis hin zu hauseigenen Spezialitäten (9,50 bis 24,50 Euro) oder (saisonal) wechselnden Kreationen wie getrüffelte Spaghetti mit schmackhaftem Bison und Pfifferlingen gibt es hier alles, was ein anspruchsvoller Pasta-Gaumen begehrt. Zum perfekten „Dolce Vita“ darf natürlich auch das Dessert nicht fehlen. Mein Tipp: Das Tiramisu Fratelli (3,90 Euro) – eine luftige Mascarpone-Creme mit Brombeeren und süffig in Frangelicolikör eingelegtem Biskuit. Himmlisch!

 

Atmosphäre   

Im kleinen Ecklokal geht es behaglich schlicht zu: Die Einrichtung ist praktisch rustikal, aber geschmackvoll. Besonders romantisch wird es, wenn an lauen Sommerabenden alle Fensterfronten geöffnet sind und man durch rankendes Weinlaub auf die „Kö“ blickt. Manchem stehen Tische und Stühle vielleicht etwas sehr eng beieinander, aber das tut der wohnzimmerlichen Gemütlichkeit kaum Abbruch …

 

Geschmacksbetreuer   

Während der eine Fratello in der Küche zaubert, betreut der andere Fratello die Gästeschar – mit teils bewundernswerter Gelassenheit. Egal wie voll es im Fratelli ist, von Stress und Hektik bekommen die Gäste nicht viel zu spüren. Einzige Voraussetzung: man hat einen Tisch (siehe oben)!

 

Trinkbares   

Die Weinkarte ist gut aufgestellt, das Glas gibt es ab 3,90 Euro und es werden auch Tropfen angeboten, die nicht aus Italien stammen (mein Favorit: der Rosé von Schneider). Gerne könnte die Auswahl etwas größer sein, aber diese kleine Lücke schließen acht verschiedene Grappas problemlos. Und der Espresso (2,20 Euro) ist so gut wie man es von einem guten Restaurant mit italienischen Ansprüchen erwarten kann – also sehr gut. Pluspunkt: Im Fratelli wird auf faire Ware geachtet und San Pellegrino sowie Acqua Panna (Nestlé!) von der Karte gestrichen.

 

Preis-Genuss-Quotient   

Wer sich an die einfachen Köstlichkeiten hält, zahlt für ein reichliches Abendessen mit Wein und Wasser pro Gaumen rund 25 Euro. Durch die offensichtliche Vorliebe des Küchenchefs für Delikatessen wie etwa Trüffel oder Bison, können allerdings schnell einige Euros mehr auf der Rechnung landen. Doch egal wohin der Geschmackskompass zeigt, der Genuss stimmt …

Mein Fazit: Pasta perfekt! Alles wird ambitioniert mit super frischen Produkten zubereitet – so schmeckt „La Dolce Vita“ …


Wo? Könneritzstraße 59 in Leipzig 

Wann? Montag bis Samstag 17.30 bis 23.30 Uhr

Mehr Infos: www.fratelli-pastabar.de


Fotos: Michaela Morrison mit dem iPhone 7