„Stelle Deine 5 Lieblingsorte in Leipzig vor!“

Mit dieser tollen Idee hat Anja vom Lifestyle-Blog schöns + leben die Blogger- und Instagrammer-Schar der Messestadt zu einer Blogparade aufgerufen. Zugegeben, keine leichte Aufgabe – die Auswahl an schönen Orten in Leipzig ist ja doch recht groß. Ich hatte also die Qual der Wahl …

Was es etwas vereinfacht: Bei mir dreht sich natürlich alles um Essen und Trinken. Aber habe ich wirklich Lieblingsorte? Bei genauer Betrachtung stelle ich fest, dass mein Geschmackskompass je nach Stimmung, Jahreszeit oder Genussziel immer in Richtung eines anderen Lieblingsorts zeigt. Ich habe also viel mehr als nur fünf Orte, an denen ich mich besonders wohl fühle.

Eine Auswahl musste ich trotzdem treffen. Und hier sind meine Top 5!

 

Mein Leipziger Lieblingsort für …

 

… eine schnelle Nudel: Ristorante Localino

Jeder kennt diese Tage: Entweder herrscht im Kühlschrank gähnende Leere oder die Laune zu Kochen geht gegen Null – aber der Hunger ist groooooß. Da mein Hirn in solchen Momenten gerne mal eine Ödnis aufweist, die dem ausgeräumten Kühlschrank Konkurrenz macht, gibt´s in dieser Situation eigentlich nur eine kulinarische Lösung: der berühmte „Italiener um die Ecke“. Und ich schätze mich wirklich sehr glücklich, dass es in meinem Fall das Ristorante Localino ist!

Pasta im italienischen Restaurant Localino in LeipzigGanz zwanglos kommen hier Klassiker der italienischen Küche auf den Tisch. Bodenständig, reichlich und immer ausgezeichnet gut! Kein Wunder: Hier steht auch ein echter Italiener am Herd. Die Karte muss man eigentlich nur bemühen, um sich über das wechselnde Angebot zu informieren. Den Rest erledigt der persönliche Geschmackskompass. Meiner zeigt meist in Richtung Tagliatelle al Ragu di Carne (10,90 Euro) – die wohl leckerste Bolognese der Stadt. Warum? Statt Hack kommen saftige Fleischstückchen vom Rind und Kalb in die Sauce. Dazu ein Glas Rosé (5,50 Euro) und ich bin glücklich. Vor allem auch, weil ich weiß, dass es zum Finale stets einen vorzüglichen Espresso gibt …

Wo? Das Localino liegt an der Marschner- Ecke Sebastian-Bach-Straße im Zentrum-West.

Wann? Dienstag ab 17.30 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 11.30 bis 14.30 und wieder ab 17.30 Uhr. Küchenschluss ist immer um 22.30 Uhr.

Wie viel? Das leckere Bruschetta sowie Brot mit Olivenöl gibt es vorab immer gratis. Vorspeisen und Spagetti ab 7,90 Euro, Fisch wie Fleisch kosten ab 19,50 Euro und Nachspeisen (das Tiramisu ist der Hammer) ab 7 Euro.

Gut zu wissen: Auch wenn der Freisitz direkt an der Marschnerstraße nicht ganz so einladend ausschaut – der erste Eindruck täuscht. An warmen Sommerabenden fühlt es sich sehr italienisch an, dort zu sitzen. Ebenfalls gut zu wissen: Pizza gibt es im Localino nicht!

 

… einen lauen Sommerabend: Das Kaiserbad

Kaiserbad Leipzig Freisitz PlagwitzDer Freisitz des Kaiserbads in Plagwitz ist wohl einer der schönsten in Leipzig! Frei nach dem Motto „Industrie trifft Natur“ herrscht auf der Terrasse zwischen Westwerk, Karl-Heine-Kanal und Graffiti-Kunst ein urbanes Flair wie man es nur in Leipzig findet.Quinoa im Restaurant Kaiserbad Leipzig

Neben einer ausschweifenden Getränkekarte mit Cocktails und guten Weinen, finden sich auf der Speisekarte des Szene-Lokals eine ganzen Reihe ausgefallener Gerichte. Aktuell lassen einem zum Beispiel der Dattel-Chili-Burger (9,50 Euro) oder die Kalbswurst mit Safranrisotto (16 Euro) das Wasser im Munde zusammenlaufen. Zwar malen sich meine Geschmacksknospen bei den vollmundig klingenden Speisen gelegentlich mehr aus, als die Küche tatsächlich einlösen kann. Aber ich habe festgestellt: die vegetarischen Gerichte sind im Kaiserbad eine sichere Bank. Mein Favorit: Der rote Quinoa-Salat mit Kichererbsen!

Kaiserbad Freisitz Leipzig Plagwitz

Wo? Karl-Heine-Straße 93 in Plagwitz.

Wann? Täglich von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr früh.

Wie viel? Für 20 Euro pro Person wird man satt und getrunken hat man auch.

Gut zu wissen: Mit großem Hunger sollte man lieber einen Bogen um das Kaiserbad machen – es kann manchmal ganz schön lange dauern, bis die Kellner einen bemerken …

 

… den Feierabend: Die Weinbar Renkli

Geschmackskompass Renkli Weinbar Leipzig Tipp Tatar Restaurant Food Blog BloggerFällt der Stift zum Feierabend, sind es für mich nur ein paar Schritte bis ins Renkli. Aber nicht nur deswegen ist die Weinbar an der Karli meine liebste Adresse für ein Weinchen nach der Arbeit. Außer am Katertag, dem Sonntag, herrscht hier ein herrliches Treiben: Studenten, Bürovolk, Weiberrunden, Rentner – das Publikum ist BUNT. Oder eben Renkli, wie man in der Türkei sagt. Dort liegen auch die Wurzeln des weinverrückten Gastgebers Fathi. Er hat den Rebensaft in all seinen Facetten studiert, er kennt (fast) jeden Winzer seines Sortiments persönlich und er hat ein Gespür für die Geschmacksknospen seiner Gäste wie kaum ein zweiter. Eine Weinkarte sucht man im Renkli daher auch vergeblich. Dafür gibt es einen Zettel mit einer kleinen Speise-Auswahl für die richtige Grundlage: Zum Beispiel „Etwas Käse und Brot“ (6 Euro) oder ein ausgezeichnetes „Tatar“ (12 Euro) nach einem Geheimrezept des Patrons. Geschmackskompass Renkli Weinbar Restaurant Tipp Leipzig Food Blog Blogger

Wo? Karl-Liebknecht-Straße 2 nahe der Südvorstadt.

Wann? Montag bis Samstag ab 18 Uhr.

Wie viel? Ein Glas 0,2 kostet zwischen 5,50 und 7,50 Euro, Speisen gibt´s ab 6 Euro.

Gut zu wissen: Eine Flasche Leipziger Rohrperle steht immer und völlig gratis auf dem Tisch.

Mehr Infos: Hier geht es zu meinem ausführlichen Bericht über das Renkli.

 

… tierisch gutes Fleisch: Elbweiderinder aus Graditz

Michaela mit Esel Elbweiderinder GraditzWenn es um Roastbeef, Rouladen oder andere Leckereien vom Rind geht, ist mir Bio herzlich egal. Ich kenne einen Ort, an dem mein Fleisch erwiesenermaßen glücklich aufwächst: Bestens von „Cowboy“ Matthias Schneider und seinem Team betreut, erlebt jedes Hereford Rind mindestens zwei Sommer auf den malerischen Elbwiesen bei Torgau. Und manchmal kann man die Herde sogar besuchen – super süße, strubbelig liebe Esel inklusive. Horst und Rudi sind natürlich nicht zum Aufessen da. Das Vater-Sohn-Gespann beschützt die Graditzer Kühe und ihre Kälber vor Wölfen.

Sicher keine leichte Aufgabe – die Herefords sind eine äußerst schmackhafte Rasse. Und vorbildlich verarbeitet Matthias Schneider mehr als 90 Prozent einer jeden Kuh. Neben Klassikern wie Filet und Braten bekommt man leckerste Rippchen für das BBQ, Markknochen, Beinscheiben oder Zunge, Niere und Leber und und und …

Hereford Elbweiderinder GraditzWo? Im Hofladen in Liebertwolkwitz in der Straße Zum Rosengarten 1 oder im Hofladen in Graditz in der Gestütsstraße 65.

Wann?  In Leipzig immer jeden 2. Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. In Graditz ist freitags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Wie viel? Roastbeef 27,50 €/Kilo, Hackfleisch 9,50 €/Kilo, Markknochen 6€/Kilo …

Gut zu wissen: Im Stadtgebiet Leipzig wird ab einem Bestellwert von 40 Euro (+ 4,50 € Liefergebühr) auch geliefert. Bei einem Warenwert ab 80 Euro entfällt die Liefergebühr.

Mehr Infos: www.hereford-graditz.de und hier geht es zu meinem ausführlichen Bericht …

 

… für Weingenuss: Die Saale-Unstrut-Region

Schlifterweinberg in FreyburgZugegeben, mein letzter Lieblingsort liegt noch nicht einmal in Sachsen. Aber die traumhaft schöne Weinregion Saale-Unstrut ist nur ein Korkenwurf von Leipzig entfernt und ein Ausflug dorthin ein MUSS für alle Weinliebhaber. Die Region ist nicht nur das nördlichste, sondern derzeit wohl auch das spannendste Weinanbaugebiet Deutschlands. Bei den Winzern vollzieht sich ein Generationswechsel und die Jungen sind ganz wild darauf der Welt zu beweisen, dass man auch rund um den 51. Breitengrad exzellente Weine keltern kann, die nichts, aber auch GAR NICHTS mehr mit den genossenschaftlichen Traubenerzeugnissen aus DDR-Zeiten zu tun haben.

Von Winzerfesten über Weinbergsführungen bis hin zu Gourmetabenden bei den Winzern gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Region kulinarisch zu erkunden. Wir haben es zur Weinlese im letzten Oktober so gemacht: Im Boutique-Hotel Gasthof Zufriedenheit in Naumburg haben wir Quartier bezogen. Die Zimmer (ca. 120 Euro) sind modern, aber trotzdem behaglich, der Service ist ausgesprochen freundlich, Frühstück wie Speisen sind gut und die Weinkarte herrlich regional. Von dort aus sind wir mit dem Fahrrad (9 Euro pro Tag und Bike) die Saale entlang nach Freyburg geradelt. Die etwa 10 Kilometer lange Strecke ist übrigens auch für Unsportliche zu bewältigen und sprüht nur so vor Weinbergromantik.

Weinbergsführung FreyburgDas Ziel war die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut – während der Weinlese übrigens der einzige Anbieter geführter Weinbergstouren. Ab da ging es dann zu Fuß zum Schlifterweinberg, wo wir bei dem einen oder anderen Gläschen einen herrlichen Blick über das Winzerstädtchen genossen und von unserer charmanten Winzerin viel über den Weinanbau gelernt haben. Im Anschluss ging es dann noch in die Kelleranlagen der Winzergenossenschaften. Ein wirklich geschmackvoller Abstieg!

Pro Person kostet die dreistündige Tour 18 Euro (Wein und Käsesnacks inklusive). Dafür müssen aber mindestens zehn Leute zusammen kommen. Wer lieber unter sich bleibt, bucht die Tour einfach für 180 Euro – das lohnt auf alle Fälle! Im Weinkeller der Winzervereinigung Freyburg

Wo? Die Saale-Unstrut-Region erstreckt sich entlang der gleichnamigen Flüsse und ist rund 760 Hektar groß. Und wenn mal keine Zeit für einen Ausflug ist, kann man sich diesen Ort auch jederzeit nach Hause holen: Die Gourmetage oder Selgros bieten eine ausgezeichnete Auswahl der spritzig frischen Saale-Unstrut-Weine an.

Welche Weine und wie viel? Der „Pink Pony“ (ca. 7 Euro) vom Weingut Born ist mein Favorit, wenn es um Rosé geht.  Mit den Weißweinen von Matthias Hey (ab etwa 8 Euro) hat man eigentlich immer einen guten Tropfen im Glas und wer es fruchtig mag, dem empfehle ich den Cuvée „Allerhand“ (ca. 8 Euro) der Breitengrad 51 Winzer. 


Lust auf noch mehr Lieblingsorte? Kein Problem! Unter dem Hashtag #lieblingsorteleipzig findet ihr die Tipps der Leipziger InstagrammerInnen und hier geht es zu den Lieblingsorten der BloggerInnen. Ihr findet sie gleich am Ende von Anjas Beitrag zu ihren Lieblingsorten in Leipzig …


Fotos: Michaela Morrison